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Diese Seiten sollen eine kleine Hilfestellung bei Fender Strats geben, es geht aber nichts über Fachleute die jeden Tag eine Gitarre einstellen und reparieren.

 

Halskrümmung einstellen

Das Einstellen der Halskrümmung erfordert wenig Geduld. Und auch hier sollte man mit Gefühl an´s Werk gehen. Man muss bedenken, dass die Saite nach dem Anschlagen in einer Parabel schwingt. Wenn die Saite also unangeschlagen über einem kerzengeraden Hals verläuft, wird sie nach dem Anschlagen irgendwo mit dem Griffbrett in Kontakt kommen.
Wenn man nun einen der ersten fünf Bünde greift, und die Saite schnarrt ist das ein Zeichen dafür, dass der Hals zu gerade oder schlimmstenfalls sogar von den Saiten weg gebogen ist. Voraussetzung ist natürlich, dass man schon eine vernünftige Saitenlage an der Bridge eingestellt hat. Wenn der Hals also zu gerade oder nach hinten weg gekrümmt sein sollte muss man den Halsspannstab ein wenig entspannen indem man die Spannstab-Mutter ein wenig nach links, entgegen dem Uhrzeigersinn dreht. Erst mal eine viertel Drehung und dann erneut kontrollieren. Zwischendurch kann es immer wieder vorkommen, dass man die generelle Saitenhöhe an der Bridge nachregeln muss. An den Hals-Spannstab gelangt man entweder über die Kopfplatte oder vom Griffbrett-Ende am Korpus her. Schnarrt die Gitarre allerdings in den hohen Bünden ab dem 14. Bund aufwärts, muss man davon ausgehen, dass der Hals zu stark zu den Saiten hin gebogen ist , und der Spannstab ein wenig mehr Zug gebrauchen kann. Nun dreht man die Mutter eine halbe Umdrehung im Uhrzeigersinn.
Dadurch wird der Hals entgegen dem Zug der Saiten gestreckt. Hier ist wieder probieren und sich dem perfekten Ergebnis schrittweise annähern angesagt. Achtung: Manche Gitarren, wie zum Bespiel auch die Morpheus verfügen über einen Double-Action-Thrus-Rod !!!
Hier wirkt der Spannstab aktiv in beide Richtungen, während der normale Spannstab lediglich in eine Richtung (gegen die Saiten) aktiv wirkt. Unten wird das Prinzip noch grafisch dargestellt. Man sollte unbedingt vor einer Verstellung des Hals-Spannstabes mal einen Blick von der Bridge her an der Hals-Kante entlang werfen. Man kann hier schon gut abschätzen wie sich die Halskrümmung verhält.

halskrümmung

Gitarrenseiten richtig aufziehen


Eigentlich sollte man meinen, dass es über das Aufziehen von Saiten gar nicht viel zu schreiben gibt. Leider müssen wir doch immer wieder feststellen, daß viele Leute dem Thema Saitenaufziehen viel zu wenig Beachtung schenken. Da werden endlos viele Wicklungen um die Mechaniken gelegt oder Saiten angeknotet. Das falsche Aufziehen von Saiten ist ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Stimmstabilität einer Gitarre geht. Jeder weiß, daß ihm, wenn er die Saite zu kurz abschneidet, die Saite früher oder später um die Ohren fliegt, da sie aus der Mechanik herausrutscht. Die wenigsten wissen jedoch, daß die Gitarre sich viel schneller verstimmt, wenn sie die Saiten zu lang lassen und darum zu viele Wicklungen an der Mechanik haben oder sogar Wicklungen übereinander liegen. Hier nun also eine kleine Hilfe, wie man die richtige Länge der Saite bestimmt ohne zu viel oder zu wenig Wicklungen zu haben. Beginnen wir mit einer asymmetrischen Kopfplatte (alle sechs Mechaniken auf einer Seite, typische Strat Kopfplatte) und Standartmechaniken. Führen Sie die Saite E6 entlang der Mechaniken und schneiden Sie sie zwischen den Mechaniken A5 und D4 ab. Also, 1 ½ Mechaniken weiter als die Mechanik auf die die Saite gehört. Fädeln Sie die Saite in die Mechanik (keine Knoten) und knicken Sie sie ab. Spannen Sie nun die Saite, am besten mit einer Saitenkurbel und halten Sie dabei die Saite leicht unter Spannung. Für die A Saite gilt das gleiche wie für die E Saite, also 1 ½ Mechaniken weiter, zwischen den Mechaniken für die Saite D und G abschneiden. Für die Saiten D4, G3, H2 und E1 benötigen wir etwas mehr Wicklungen damit sie nicht herausrutschen. Darum schneiden wir diese Saiten an der übernächsten Mechanik ab. Ab der H Saite muß man natürlich etwas Phantasie mitbringen, da man keine 2 Mechaniken mehr als Maß hat.
Für Vintage Mechaniken (wenn die Saite von oben in die Mechanik geführt wird) gilt bei den Saiten E6 und A5 ein Abstand von 2 Mechaniken und für die restlichen vier Saiten ein Abstand von 2 ½ Mechaniken, da hier mehr Saitenmaterial in der Mechanik verschwindet.
Bei symmetrischen Kopfplatten (3 Mechaniken auf jeder Saite, z.B. Guild) gilt für die Saiten E6 und A5 eine Mechanik und für die restlichen Saiten 1 ½ Mechaniken Abstand.
Bei den sogenannten " Locking " Mechaniken, also den Festklemm Mechaniken wie z.B. auf der American Deluxe Serie, werden die Saiten durch die Mechanik gezogen und die Festklemmeinrichtung, während die Saite angezogen wird, betätigt. Bei dieser Art Mechanik kommt es zu den geringsten Verstimmungen, da man hier gerade mal ¼ - ½ Wicklung auf der Mechanik hat.

Tipps zur Gitarrenpflege

Bei Gitarren oder Bässen ist es wie bei allen anderen Dingen auch. Die Pflege entscheidet maßgeblich über die Lebensdauer oder darüber wie lange man Freude an einer Sache hat.
 
Grundsätzlich sollte ein Instrument nach jedem Gebrauch gereinigt werden. Dabei kommt es weniger auf die Lackpflege an, als auf die Reinigung sämtlicher Metallteile. Das Metall in Verbindung mit Feuchtigkeit anfängt zu rosten, brauche ich an dieser Stelle wohl keinem zu erklären. Darum ist es wichtig sämtliche Metallteile gut trocken zu reiben, bevor man das Instrument in den Koffer packt. Es empfiehlt sich ein längliches Tuch (in der Länge der Saiten) im Koffer zu haben, das man über die Saiten legt bevor man den Koffer schließt. 
Übrigens ist der Koffer der beste Aufbewahrungsort für ein Instrument, da es dort am besten vor klimatischen Veränderungen geschützt ist.
 
Zur Instrumentenpflege zählt ebenfalls das regelmäßige Wechseln der Saiten. Eine kaputte (oxydierte, rostige oder zu alte) Saite kann Ursache für viele Dinge sein. So kann z.B. das Scheppern der Saiten oder Intonationsprobleme durch kaputte Saiten verursacht werden. 
 
 Wenn man einmal die Saiten runter hat, ist das ein guter Moment für weitere Pflegemaßnahmen. Gitarren oder Bässe mit nicht lackierten Griffbrettern, wie z.B. Palisander oder Ebenholz, bedürfen einer besonderen Pflege.  ! Übrigens kann man ohne Bedenken alle Saiten gleichzeitig wechseln. Man sollte das Instrument jedoch nicht mehrere Stunden unbesaitet lassen, da sich ansonsten der Hals verziehen kann.
Zuerst sollten das Griffbrett und die Bundstäbchen mit Stahlwolle Nr.0000 oder Nr.000 gründlich gereinigt werden. Es empfiehlt sich den Hals zuvor vom Korpus abzuschrauben oder zumindest den Korpus abzudecken, damit der Lack nicht vom Staub der Stahlwolle zerkratzt wird.  Anschließend wird das Griffbrett mit speziellem Griffbrettöl eingerieben, bis man merkt, daß das Holz gesättigt ist und kein Öl mehr aufnimmt. Überschüssiges Öl muß gründlich entfernt werden.
 
Durch Dinge wie Luftfeuchtigkeit, Zigarettenqualm, Staub.... usw. verschmutzen bzw. oxydieren die Ton- und Lautstärke Potentiometer oder der 3- bzw. 5-Weg Schalter, sowie sämtliche andere Schalter oder Regler. Darum empfiehlt es sich diese Dinge von Zeit zu Zeit mit Kontaktspray zu reinigen. Es gibt spezielles Kontaktspray mit reinigender Wirkung. Jedoch sollte man mit dem Kontaktspray nicht allzu großzügig umgehen. Beim 3- oder 5-Weg Schalter ist das Reinigen i.d.R. von außen möglich, da man das Kontaktspray von der Oberseite des Schlagbrettes in den Schlitz des Schalters sprühen kann. Bei den Poti's wird es schon etwas komplizierter. Jedoch ist der Aufwand, wenn man die Saiten einmal runter hat geringer als wenn man ein knackendes und krachendes Poti kurz vor oder während eines Auftrittes bemerkt. Hierzu muß man das Schlagbrett abschrauben. Normalerweise haben die Potigehäuse eine Öffnung in die man das Kontaktspray sprühen kann. Wichtig ist, bei Poti's sowie bei Schaltern, das man den Schalter oder das Poti, nach dem Einsprühen einige Male betätigt.
 
Nach dem Aufziehen der neuen Saiten sollte man am Obersattel und auf die Saitenraiter etwas Harz- und Säurefreies Öl (z.B. Nähmaschinenöl) auftragen. Das vermindert die Verstimmung der Gitarren beim Tremolieren oder bei Bendings. Bitte kein Graphit zur Schmierung des Obersattels verwenden, da sich das Graphit bei den umsponnenen Saiten, zwischen die Wicklungen setzt und somit die Saite absterben läßt. Zusätzlich empfiehlt es sich etwas Öl auf die Metallteile der Brücke (Tremolo), insbesondere die Schrauben zur Höhenverstellung, zu bringen um einem Rosten vorzubeugen.
 
Zum Schluss sollte man den Lack des Instrumentes mit einem entsprechenden Pflegemittel reinigen.

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